Guild X-500 1961 – stuff that’s gone (Teil 1)

In der Reihe “stuff that’s gone” stelle ich Gitarren und Verstärker vor, die sich eine Zeitlang in meinem Besitz befanden und die bei mir einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Heute beginnen wir mit einer seltenen Guild X-500 aus dem Jahr 1961.

the paladins - years since yesterday

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Seit ich Ende der 80er Jahre Dave Gonzalez den Gitarristen der Paladins mit einer 50er Jahre Guild X-500 sah, war ich unterschwellig auf der Suche nach solch einem Modell. Durch Zufall habe ich diese dann auf der Vintage Guitarshow in Veenendaal/NL 2003 gesehen und gekauft.


Guild entstand 1952 aus ehemaligen Mitarbeitern der Firma Epiphone nach dem diese, nach einem längeren Disput mit den Gewerkschaften, von New York nach Phildadelphia übersiedelte. Die Guild X-500 lässt noch klar die Verwandtschaft zur Epiphone Zephyr De Luxe Regent erkennen und fällt damit in die Kategorie Jazz-Gitarre, was aber i.d.R. auch eine gute Rockabilly- oder Blues-Gitarre sein kann (siehe die Paladins). Die Guild Gitarren liegen auf einem hohem Qualitätsniveau was diese Marke im Gegensatz zu Gibson und Fender auch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts beibehielt. Darüber hinaus baute Guild auch noch weitere z.T. sehr eigenständige Gitarrenmodelle die auch bei Bluesmusikern sehr beliebt waren (sind?). Die ist zum einen die Guild Aristocrat M-75 die z.B. John Lee Hooker oder auch Abi Wallenstein spielt(e) als auch zum anderen die Guild Starfire Modelle IV, V und VI (Buddy Guy, Lightning Hopkins, Robert Lockwood Jr.,Tom Fogerty u.a.). Diese Starfire-Modelle sind vom Klang und der Qualität vergleichbar mit einer Gibson ES335 aus den 60er-Jahren aber heutzutage deutlich preisgünstiger zu erwerben (wenn man eine findet!).


Aber nun wieder zurück zu der Guild X-500 von 1961 in Form eines kurzen Steckbriefes:

  • Fullsize Hollowbody Archtop mit geflammten Ahorn-Boden und Seiten
  • 5-teiliger Ahorn/Walnuss Hals
  • Palisander Griffbrett mit aufwendigen Perlmutt-Einlagen
  • Mensurlänge 25 1/2″
  • vergoldete Metallteile
  • Kolb-Tuner mit diamantförmigen Knöpfen
  • Dearmond Single Coil Tonabnehmer wie sie in den 5oer-Jahren auch bei Gretsch Gitarren Verwendung fanden. Diese klingen in etwa wie Fender Stratocaster Tonabnehmer aber von Allem irgendwie mehr. Diese Tonabnehmer wurden bei Guild nur gut 1 Jahr verbaut so dass sie relativ selten sind. Das 50er-Jahre Modell hatte Tonabnehmer des Herstellers Franz die optisch Gibson P-90 Tonabnehmer ähneln, aber über weniger Output als diese verfügen. Darüber hinaus sind die Fertigungsschwankungen bei den Franz-Tonabnehmern erheblich größer so das diese recht unterschiedlich klingen können. Ab 1963 wurden dann die sog. Guild Humbucker verwendet.

Jetzt die obligatorische Frage warum man eine so schöne Gitarre verkauft? Zu der Zeit spielte ich fast ausschließlich Fender Stratocaster Gitarren so das die Guild für eine Fender Slabboard Stratocaster als Anzahlung gehen musste. Was bleibt ist die optische Erinnerung in Form einiger Fotos:


Weiterführende Links zum Thema Guild und natürlich zu den Paladins:

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